Bauern mit Dürresorgen - Kaniber drängt auf Mehrgefahrenversicherung

Dürre und Hitze machen den Bauern auch in diesem Jahr zu schaffen. Vielerorts blickten die Landwirte mit Sorge auf ihre allzu trockenen Böden und schwachen Bestände, sagte Bauernpräsident Walter Heidl am Montag bei der Erntepressefahrt mit Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) in Kaufering. Die Trockenheit wie auch die extreme Hitze der vergangenen Wochen trug vor allem im Norden dazu bei, dass das Getreide notreifte. Die Folge sind kleinere Körner oder beim Mais kleinere Kolben. In Franken sind die Bauern derzeit nicht sicher, ob sie ein drittes Mal ihr Grünland mähen können, als Futter für ihr Vieh.


Damit sie ihre Futtermittelsilos trotzdem voll bekommen, habe ihr Ministerium für die besonders betroffenen Gebiete vor allem im Norden Bayerns einen Futtermittelanbau auf ökologischen Vorrangflächen zugelassen, sagte Kaniber. Allerdings sei die Lage bisher nicht so dramatisch wie im Vorjahr. Dürrehilfen seien vorerst nicht geplant. Kaniber appellierte an Berlin, eine staatliche geförderte Dürreversicherung voranzubringen. «Ich wünsche mir sehr vom Bund, dass wir spätestens im Herbst eine Vorlage bekommen.» Nach ihrem Vorschlag sollte die Hälfte der Versicherungsprämie der Landwirt zahlen, 30 Prozent der Bund und 20 Prozent das Land. Heidl sagte, für die Bauern müsse zudem eine Möglichkeit geschaffen werden, steuerfreie Risikorücklagen zu bilden.


Während Trockenheit die Lage auf den Feldern in Nordbayern bestimmt, gibt es heuer vor allem im Süden Gegenden, in denen das Wasser reicht. Dort erwarten die Bauern sogar gute Erträge. Rund um Kaufering sorgte am Montag Regen für Erfrischung. «Wir können uns nicht beklagen», sagte der Kauferinger Ökobauer Johann Drexl. Seinem konventionellen Kollegen Johann Schamberger allerdings schwemmte Regen, der zur falschen Zeit kam, Teile des Kartoffelfelds weg.


Angesichts der im Norden und Süden unterschiedlichen Wetterlage rechnet Heidl für ganz Bayern mit einer durchschnittlichen Getreideernte. Sie werde voraussichtlich auf Höhe des Fünfjahresmittels bei 8,3 Millionen Tonnen erwartet.


Mancherorts sorgten auch Unwetter mit Hagel für Schäden. «Die Sommer werden heißer, die Hagelkörner größer und die Felder dürrer», fasste Kaniber zusammen. Die Forschung müsse vorankommen. «Wir brauchen hitze- und trockenheitstolerante Pflanzen, wassersparende Bewässerungstechnologien und intelligente Lösungen für die Wasserspeicherung.»

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